St. Petri - Leitzkau

Die St.Petri-Kirche ist die älteste in Teilen ihrer Substanz noch erhaltene Steinkirche östlich der Elbe. 1114 weihte Bischof Hartbert von Brandenburg im Ort eine Kirche aus Bruchsteinen als provisorischen Sitz des Bistums Brandenburg. Reste dieses Baus blieben wohl noch im Chor der heutigen Pfarrkirche erhalten. 1139 richtete der Magdeburger Erzbischof Norbert von Xanten ein Prämonstratenser-Chorherrenstift an dieser Kirche ein. Entsprechend ihrer neuen Bedeutung baute man die Kirche weiter aus. 1140 wurde sie als St. Petri-Kirche geweiht.

Heute erinnert nur noch die Größe und die schlichte Schönheit der St. Petri-Kirche an ihre einstige Bedeutung. Umbauten haben sie stark verändert, neueren Baustilen angepasst. 1737 wurden dann neue große Fenster eingebrochen und unter die flache Balkendecke eine Tonnendecke angebracht, die Hauptabsis abgerissen und dafür eine Sakristei angebaut.

Die kleine Glocke wurde vor Mitte des 13. Jahrhunderts gegossen, ist 290 kg schwer und hat einen Durchmesser von 60 cm. Die große Glocke wurde 1596 gegossen, ist 622 kg schwer und hat einen Durchmesser von 100 cm. Die kleine Glocke wurde in beiden Weltkriegen wegen Ihres Alters nie beschlagnahmt. Die große Glocke wurde am 03.12.1941 ausgebaut und am 14.09.1942 in das Bronzeglocken-Sammellager nach Burg gebracht. Nach dem Krieg wurde die Glocke lange gesucht, wurde dann im Lager in Hamburg gefunden. Am 08.12.49 um 12:30 Uhr wurde die Glocke vom damaligen Superintendenten Andrae erneut geweiht. Beide Glocken bestehen aus Bronze.

Die Orgel in ihrer jetzigen Gestalt wurde im Jahre 1882 von dem Orgelbaumeister Böttcher aus Magdeburg Neustadt gebaut. Am 09. Mai 1882 wurde die Orgel von Herrn Ritter abgenommen, der Preis betrug 3003,65 Mark. 1964 wurde der Blasebalg umgebaut und mit einem Elektromotor versehen. Von nun an wurde niemand mehr zum Treten der Blasebalge gebraucht. Im Juli 2014 wurde nach über 50 Jahren der Motor von der Firma Mecklenburger Orgelbau gewechselt.

Das Kruzifix ist Anfang des 16. Jahrhunderts angefertigt worden und ist das ehemalige Triumphkreuz der Leitzkauer Klosterkirche (jetziges Schloss). Hier hing es vermutlich im Triumphbogen. Bereits kurz nach Kriegsende 1945 wurde es in die Pfarrkirche gebracht. Das Kreuz besteht aus Eichenholz und hat die Maße von 3,28m Höhe und 2,97m Breite. Der Korpus besteht aus Lindenholz und ist 2,26m hoch und 2,12m breit. Es war durch Anobienfraß stark zerstört und wurde 2000 – 2002 vom Dipl. Restaurator Andreas Mieth aus Berlin in seiner Werkstatt in Bautzen restauriert, Kosten über 100.000 DM.

Der Taufstein ist von 1620. Die Inschrift weist darauf hin, dass er „von der Gemein bezahlt worden“

Obwohl die Kirche von ihrer einstigen Größe und Schönheit durch zahlreiche Umbauten viel verloren hat, ist die St. Petri-Kirche für die Kirchengemeinde in Leitzkau Heimat, ein Versammlungsort, den wir nicht missen und verlieren möchten. Sichtbares Zeichen dafür war besonders die dreijährige Restaurierung von Dachstuhl, Decke und Innenraum. Über 120 Leitzkauer Frauen und Männer haben nach Feierabend diese Arbeit geleistet. Am Sonntag, dem 2. September 1990 - dem 850. Jahrestag der Einweihung als St. Petri-Kirche - wurde sie von Bischof Demke aus Magdeburg wieder eingeweiht. Im September 2014 feierten wir das 900 jährige Jubiläum der Ersteinweihung als St. Marien-Kirche 1114.

Nehmen Sie sich Zeit und verweilen Sie in unserer Kirche. Am Taufstein können Sie auch für einen lieben Menschen eine Kerze anzünden. Der Bücherschrank lädt zum Stöbern ein und Informationsmaterial liegt aus.
St. Petri

Kirchstr. 1
39279 Leitzkau

Fon 039241/290

Öffnungszeiten

Sommer:
9 bis 19 Uhr

Winter:
9 bis 17 Uhr